Lahn-Dill Aktuell. Regionale Nachrichten aus dem Lahn-Dill-Kreis
Donnerstag, 21. August 2008
Kategorie: Dillenburg, Vereine

Nach dem Bundeswettkampf: Antreten auf dem Gerüst. v.l.n.r.: Martin Gabel, Felix Stolzenberger, Christopher Blut, Max Pfeifer, Lukas Thiele, Daniel Brandenburger, Florian Ax. Dillenburg / Trier. Bereits zum zwölften Mal veranstaltete das Technische Hilfswerk ein bundesweites Jugendzeltlager. Gemeinsam mit über 3200 Jungen und Mädchen aus ganz Deutschland erlebten unsere Jugendlichen in der letzten Woche eine tolle Zeit. Die Tage waren sonnig und heiß und auch der Bundesjugendwettkampf am Samstag startete unter verschärften Bedingungen bei hoher Luftfeuchtigkeit und tropischen Temperaturen. Aus jedem Bundesland war das beste THW-Jugendteam angetreten, um in nur zwei Stunden zehn schwierige Aufgaben zu erledigen.

Dabei musste Strom verlegt werden, über einen künstlichen Bach wurde ein Holzsteg gebaut, Verletzte wurden von einem Turm abgeseilt und vieles mehr. Trotz dreißig Grad im Schatten und lauter Geräuschkulisse arbeiteten alle Kinder und Jugendlichen hoch konzentriert und ließen sich durch nichts ablenken. Der Wettbewerb wurde von vielen prominenten Gästen, darunter auch Bundestagsabgeordnete, der Trierer Bürgermeister und Peter Altmaier, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, aufmerksam verfolgt. Alle waren begeistert von den Fähigkeiten und dem Engagement der Junghelfer. Die Jugendlichen aus Dillenburg, die für das Bundesland Hessen angetreten waren, erreichten mit nur 20 Punkten Abstand zu Platz 1 einen tollen fünften Platz. Zu Platz 4 fehlte den Dillenburgern nur ein halber Punkt.

Doch über den anspruchsvollen Wettbewerb hinaus gab es während einer Woche Zeltlager auch eine Menge anderer Aktivitäten, Ausflüge und Workshops. So beteiligte sich die THW-Jugendgruppe aus Dillenburg an folgenden Unternehmungen:

Besichtigung der Firmen MAN, Bitburger Brauerei, Rettungshubschrauber Christoph 10, Bereitschaftspolizei Wittlich, Radio- und TV-Sender Antenne West, Berufsfeuerwehr Trier und einige mehr. Darüber hinaus nahmen die Jugendlichen auch an verschiedenen Workshops teil. Dies waren z.B. Graffiti, Kochen, T-Shirt-Druck, Modellbau, Petromax-Workshop, Tauchen und Mornigshow-TV. Schwimmbadbesuche im Freibad und Unternehmungen in der ältesten Stadt Deutschlands mit ihren historischen Sehenswürdigkeiten fehlten natürlich auch nicht im Tagesablauf der Dillenburger Jugendlichen.

Nach dem Wettkampf, in der Nacht zum Sonntag, wurde das Jugendzeltlager allerdings unverhofft zum „Einsatzgebiet”: Ein Gewitter entlud sich am Abend mit solcher Gewalt, dass innerhalb kürzester Zeit etliche Zelte unter Wasser standen. Einige davon mussten evakuiert werden. Die Dillenburger Kids und ihre Betreuer packten selbst mit an und halfen den Kollegen aus Limburg aus der Patsche, die es sehr heftig erwischt hatte. Im Dillenburger Zelt reichte es aus, die Taschen vom Boden hoch zu stellen, damit das Wasser ungehindert durch das Zelt fließen konnte. Der Höchstpegel in der Zeltmitte konnte mit 7,5 cm gemessen werden.

Glücklicherweise können THW-Leute zupacken und wissen sich zu helfen: Noch in den Nachtstunden wurden insgesamt rund einhundert Teilnehmer aus verschiedenen Bundesländern mitsamt ihren Feldbetten in die Messehalle verlegt oder zogen in andere, trockene Zelte um. Im Stockfinsteren wurden Gräben geschaufelt und Zeltplanen mit Sandsäcken gesichert. THW-Junghelfer Dominic Becker und Felix Stolzenberger: „Da konnten wir mal richtig im Ernstfall anwenden, was wir in der Jugendgruppe gelernt haben!” Aus Sicherheitsgründen schaltete die Lagerleitung im ganzen Lager zeitweise den Strom aus. Das gleiche Szenario wiederholte sich in der folgenden Nacht, als erneut starke Gewitter über Trier niedergingen. Doch davon ließ sich niemand die Laune verderben. Als tags darauf die Sonne wieder schien, war aus der unfreiwilligen nächtlichen Dusche schnell eine spannende Abenteuergeschichte geworden!

Die Top 5 Platzierungen des THW-Bundeswettkampfes:

1. Amberg, Bayern (492 Punkte)
2. Hermeskeil, Rheinland-Pfalz (491 Punkte)
3. Freisen, Saarland (480 Punkte)
4. Bad Segeberg, Schleswig-Holstein (472,5 Punkte)
5. Dillenburg, Hessen (472 Punkte)

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